Ns-mustersiedlung ramersdorf

So sehen die Häuser der Mustersiedlung heute aus Idylle im Herzen von Ramesdorf. Foto: aha Während des Zweiten Weltkriegs war Franz Ruf als Soldat im Nachschub eingesetzt. Mit dem Wiederaufbau der Zahnklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München in der Goethestraße setzte er 1947 seine Arbeit im kriegszerstörten München nach dem Ende des NS-Regimes als Architekt fort. Aufgrund der Zerstörungen, der großen Anzahl der Flüchtlingen und dem Zuzug vom Land bestand ein enormer Wohnungsbedarf. Während der folgenden dreißig Jahre prägte Franz Ruf das Stadtbild hauptsächlich durch die Schaffung des dringend benötigtem Wohnraum in Gestalt ausgedehnter Wohnsiedlungen und Wohnanlagen. Im Zentrum stand der Königsplatz mit den Parteibauten an der Arcis- und heutigen Meiserstraße, die 1937 fertiggestellt waren. Schon 1935 nahmen so genannte Ehrentempel die Toten des Hitlerputsches von 1923 auf und rangierten fortan als Kultzentren. Unauffälliger beherrschte der bürokratische Apparat der NSDAP die Umgebung des Königsplatzes. Berüchtigt war allerdings die Gestapo-Zentrale im Wittelsbacher Palais an der Brienner Straße, in der viele Gegner des Regimes inhaftiert und gefoltert wurden.

Nur noch eine Gedenktafel erinnert an das Herzog-Max-Palais, in dem “Sissy”, die spätere Kaiserin, geboren wurde. klicken für eine vergrößerte Darstellung! Der Luftkrieg war die neuartige Dimension des Zweiten Weltkriegs. Die strategischen Bombardierungen begannen mit deutschen Angriffen auf die Städte Warschau, Rotterdam und London. Das Landwirtschaftsministerium, ehemals Zentralministerium, in der Ludwigstraße. Die Regierung des Reichskanzlers Brüning legte 1931 das Kleinsiedlungsprogramm auf, um “die Sesshaftmachung der Bevölkerung auf dem Lande zu fördern, um die Erwerbslosigkeit zu vermindern und Erwerbslosen den Lebensunterhalt zu erleichtern.” Die künftigen Siedler sollten mit der Errichtung ihres eigenen Heimes beschäftigt werden und durch Gartenbau und Kleintierhaltung ihre Versorgung in der Wirtschaftskrise verbessern. 1948 Wiederaufbau Zahnklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München 1955: Wiederaufbau Wohnbauten Oskar-von-Miller-Ring, München In Ramersdorf entstand 1934 eine Anlage, die nicht der typischen NS-Kleinsiedlung entsprach. Als “Mustersiedlung” sollte sie im Rahmen der “Deutschen Siedlungsausstellung” geeignete Wohnformen für den Mittelstand präsentieren. Die Initiative ging von dem städtischen Wohnungsreferenten Guido Harbers aus, der Nationalsozialist, aber auch begeisterter Architekt war. Ausgerechnet von einem Paradestück der Neuen Sachlichkeit, der Stuttgarter Weißenhofsiedlung von 1927, hatte er sich zu der Idee einer gebauten Siedlungsausstellung anregen lassen. Etliche NS-Politiker lehnten die “Mustersiedlung” gerade deswegen ab. Der Bezirk besteht weitgehend aus Geschosswohnungsbauten.

Es gibt aber große Gebiete mit Einfamilienhäusern, wie in Waldperlach oder der Mustersiedlung Ramersdorf. Die Gegend östlich der Echardinger Straße und Ottobrunner Straße bis zum Ostpark, das Neubauquartier Hochäckerstraße und große Teile Altperlachs sind gute Wohnlage. Der restliche Bereich ist von durchschnittlicher Wohnlagequalität. Referat für Stadtplanung und Bauordnung Abt. 4 Räumliche Entwicklungsplanung, Flächennutzungsplanung 1956: I. Bauabschnitt Staatsbauschule, heute Fachhochschule München (mit Adolf Peter Seifert, Rolf ten Haerst, Landesbauamt München), Maxvorstadt, München Allerdings hatte sich Harbers von einem Paradestück der Neuen Sachlichkeit, der Stuttgarter Weißenhofsiedlung von 1927, zu der Idee einer gebauten Siedlungsausstellung anregen lassen, weswegen etliche NS-Politiker die Mustersiedlung ablehnten. Harbers beschrieb den Sinn und das Ziel der Siedlungsausstellung: Sie »geht von dem Gedanken aus, den Deutschen im eigenen Land das Leben wieder lebenswert zu machen.

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